Der erste Tag ist um. Erschöpfte Gesichter, gefüllte Bäuche, viele Eindrücke. Hier eine subjektive und emotional gefärbte Zusammenfassung.
Location
Cem und Jasen gebührt großer Dank für die Organisation der Veranstaltung. Das Stilwerk als Location für das SW ist phantastisch ausgesucht. Stylisch, modern, kreativ mit viel Platz. Wir haben benachbarte Firmen aus ihrem Domizil verdrängt. Alsolutes Highlight ist die Firma Smart Technologies, die interaktive Präsentationsleinwände anbietet. Nach kurzer Einweisung wird darauf von uns engagiert gemalt und Skizzen werden hin und her geschoben. ein Exemplar wandert bei mir auf den Wunschzettel für die eigene Firma.
Dank der Sponsoren ist für unser leibliches Wohl bestens gesorgt. Als kleiner Engpass erweisen sich die Toiletten. Eine pro Geschlecht. Männer sind leider deutlich in der Überzahl.
Startup-Gemeinschaft
Nach dem Warmup am vergangenen Abend sind schon einige Namen und Gesichter vertraut. Die Gruppe kommt mir eh wie eine Großfamilie vor. Viele kennen sich offensichtlich von Barcamps, Bloggertreffen etc. Soziologen hätten sicher ihre wahre Freude. Gündungs- und Kommunikationssüchtige, eine eingeschwohrene Gemeinschaft von Non-Konformisten, Kreativen. Der Erstkontakt fühlt sich neu an, aber angenehm - die Mitstreiter sind sympatische, proaktive und positive Menschen, da ist man gerne ein Teil der Gemeinschaft. Irritierend ist, dass ich teilweise ge”Sie”zt werde. Bin ich zu alt oder merkt man mir an, dass ich hier neu bin?
Ablauf
Nach dem Frühstück wird der Pitch eröffnet. Große Spannung und Begeisterung über die Vielzahl der Ideen. Es geht ins Deathmatch: Onlinestiftung gegen PimPic, einem Portal für “Bildaufhübschungen”. Zunächst ist eine knappe Mehrheit emotional auf der Stiftungsseite, aber PimPic hat einen klarere Rahmen und scheint besser umsetzbar und gewinnt nach kurzer Diskussionsrunde.
Es folgt ein Brainstorming. Anhand der Pitch-Fragen von Jason Sammeln wir in einer Mindmap die zahlreichen Ideen. Man merkt schnell, das Thema hat 1000 Facetten, von der Zielgruppe über Produktideen und Absatzwege. Die Möglichkeiten begeistern. An dieser Stelle erwarte ich eigentlich laut Planung das Herauskristallisieren einer Kernidee und eines roten Fadens für eine gemeinsame Sich auf das was wir bauen wollen. Da regt sich der “Erbauer” und “Manager” in mir, sorry, kann ich nichts gegen machen. Till und ich hatten am Ende des Brainstormings einen Versuch unternommen, die Gruppe dazu zu bewegen, ein gemeinsames Bild zu erarbeiten. Das passiert jedoch nicht.
Ohne Commitment über eine konkrete Umsetzungsidee gehen wir in Gruppen und erörtern Teilaspekte - kontextfrei. Wenn wir eine StartupWeek und nicht nur ein Weekend hätten, wäre das OK, aber so werde ich unruhig. Um 15:15 Uhr trifft man sich wieder im Plenum. Eine gemeinsames Bild über unser “Produkt” und die Prozesse entsteht noch immer nicht - das scheint aber keiner so recht zu bemerken. Crowdwisdom heißt offensichtlich nicht, dass man eine gemeinsame Weisheit entwickelt. Eine koordinierte Umsetzung in einem Sprint ist so nicht möglich, denn dazu bräuchte man ein gemeinsames Ziel und klar geschnittene Features und Aufgaben. Vorerst bestätigt sich die Befürchtung, dass wir es nun schwer haben werden, ein geschlossenes vorläufiges Konzept zu finden und dieses am Wochenende noch weitgehend umzusetzen, das wäre für mich das eigentliche Ziel gewesen.
Trotzdem war es soweit spannend und hat Spass gemacht - und einen Tag haben wir ja noch. Mal sehen, ob die Nightsession der Developer etwas hervorbringt, das später auch zum noch unbekannten Prozess und Produkt passt

Foto: How does it work? Gute Frage auch für das gemeinsame Vorgehen.
Veröffentlicht in StartupWeekend